Ernst Blümner, Stefan Gründig, Denise Kirschke, Andrea Weder und Dietrich Weder von der Orchestervereinigung Gauting. Foto: privat

Unvergessliche Serenade

Orchestervereinigung spielt bei Caritas

VON CHRISTINE CLESS-WESLE, Starnberger Merkur vom 5.8.2020

Gauting - Mit einer Freiluft- Serenade machte die Orchestervereinigung Gauting am Wochenende den Bewohnern des Caritas-Altenheims Marienstift eine Freude. Im frisch bepflanzten und noch schattenlosen Innenhof, aber auch von Balkonen und aus Fenstern applaudierten Zuhörer dem Quintett um ersten Geiger Dr. Ernst Blümner.

Mit dem „Minuetto“ von Luigi Boccherini und dem mitreißend gespielten „Hillibilli“-Folk verzauberten die fünf Streicher die Senioren mit heiterer Musik. Zum Auftakt spielten die Musiker die populäre Hornpipe aus der Oper von Henry Purcell mit schwungvoller Rhythmik. Doch wegen Corona war bei dieser Serenade alles anders. Die fünf Streicher saßen oder standen in großem Abstand und weit entfernt vom Publikum im Schatten des Betreu ten-Wohnen-Hauses. Die Idee dazu hatte Konzertmeister Blümner, verrät Astrid Schönauer, die ehrenamtliche Organisatorin vom Verein der Musikfreunde Gauting. Der Arzt und erste Geiger wollte den Senioren wieder eine musikalische Freude bereiten. Auch die Orchestervereinigung selber, die heuer das 50-Jahr-Jubiläum des Vereins der Musikfreunde Gauting mit zwei Konzerten groß feiern wollte (wir berichteten), hat nach dem gemeinsamen Musizieren förmlich gelechzt, erzählt Schönauer. Als die Hygiene-Auflagen wieder etwas gelockert worden waren, hat die Orchestervereinigung deshalb seit Ende Juni in kleinerer Besetzung in der Schlosspark-Remise geprobt - unterm bewährten Dirigat von Dorian Keilhack. Spontan hat sich nach den Proben ein Quintett zusammengefunden und Stücke für die Serenade im Garten des neuen Altenheims ausgewählt.

Nach dem langen Corona- Stillstand hatten nicht nur Bewohner, sondern auch die Streicher sichtbares Vergnügen am Freiluft-Konzert. Blümner und Stefan Gründig spielten die erste und zweite Geige, Denise Kirschke Bratsche, Andrea Weder Cello und Dietrich Weder Bass.

Mitreißend erklang der Marsch aus der Händel-Oper „Flavio“ in der heißen Sommerluft. Die vier Sätze aus dem heiteren Divertimento von Joseph Haydn zauberten ein Lächeln in die Gesichter. Zum finalen „Hillibilli“ kam die große Überraschung: Der ortsbekannte Kunstschreiner Hellmut Baum, Erstbewoh ner des neu gebauten Marienstifts, legte eine flotte Sohle auf die Terrasse. Zur Freude des Publikums und der Musiker steppte der alte Herr, elegant im hellen Sommeranzug mit Baskenmütze, zum „Hillibilli“. Begeisterter Beifall für eine einmalige, unvergessliche Serenade.


 

Heroisch aus der Erstarrung

Die Gautinger Orchestervereinigung probt nach monatelanger Corona-Pause wieder - mit 16 von 35 Musikern und viel Frischluft.

Eigentlich sollte Beethovens "Eroica" am Wochenende im Bosco erklingen. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

VON REINHARD PALMER, Starnberger SZ vom 2.7.2020

Gauting - "Das klingt wie ein Orchester, das habe ich gar nicht erwartet beim ersten Mal", stellte Ernst Blümner am Pult schließlich überrascht fest. Als Konzertmeister der Orchestervereinigung Gauting übernimmt er schon mal die Probenarbeit, wenn Chefdirigent Dorian Keilhack verhindert ist. Hier fiel Blümner zugleich eine ehrenvolle Aufgabe zu, das Streichorchester aus der Corona-Erstarrung zu führen, zudem mit Beethovens "Eroica", die in dem Kontext geradezu einen Symbolcharakter erhielt. Das Werk des diesjährigen Jubilars - Beethovens 250. Geburtstag steht an - hätte bereits am 5. Juli im Bosco erklingen sollen. Doch bevor die Proben beginnen konnten, machte der Shutdown den weiteren Feierlichkeiten zum 50. Jubiläum des Vereins der Musikfreunde Gauting, dessen erster Vorsitzender ebenfalls Blümner ist, einen Strich durch die Rechnung.

Für Astrid Schönauer von der Geschäftsstelle des Vereins, die sich um die organisatorischen Dinge kümmert, war diese teilnehmerreduzierte Probe auch ein Test für die Umsetzung der Corona-Vorsichtsmaßnahmen. In der Gautinger Remise vom Schloss Fußberg fand sich reichlich Platz für die 16 erschienenen Musiker, die eine fertige Aufstellung samt Namensschildern an den Stühlen vorfanden. So konnten Abstandsregeln leichter eingehalten werden.

In der zweistündigen Probe geht es schon richtig zur Sache

Reichlich Frischluftzufuhr ließ zwar die Temperatur sinken, doch die eifrigen Instrumentalisten kamen bei dem anspruchsvollen Werk schnell ins Schwitzen. Wenn das Orchester 35-köpfig wieder komplett beisammen ist, wird auch reichlich Frischluft nötig sein.

In der zweistündigen Probe ging es sogleich richtig zur Sache. Im Kopfsatz kam schon zu Beginn der Kontrast zwischen der Staccato-Leichtigkeit der Einführung und dem fließenden Thema deutlich rüber. Blümner motivierte dennoch zu mehr Straffheit in der Rhythmik und scat-sang sich für die Mitspieler hilfreich durch die pointierten Kaskaden. "Wir sind noch nicht richtig homogen in dieser wunderbaren Akustik", motivierte Blümner - und bei jeder Wiederholung kamen die allmählich vertrauten Passagen entschiedener.

"Nicht dieses Hüpfen - bei Dorian vielleicht schon, aber nicht heute bei mir", scherzte Blümner, deutete damit aber auch an, dass Fragen der Interpretation durchaus offen diskutiert werden. Und irgendwie offenbarte sich flugs an dieser Stelle mit den mächtig sägenden Bässen ein deutlich musikantischerer Zugriff, den man Beethoven durchaus zugestehen kann. Mit der Arbeit an einzelnen Elementen, auch schon mal die Spieltechnik betreffend, erschloss sich Stück für Stück die sinfonische Idee. Hier mehr Portato, da ausgeprägteres "Pi-am - Pi-am - Pi-am" in einer steigenden Bewegung, dort ein nachdrückliches Crescendo. Ab "Klammer zwei" - "Damit wir auch eine andere Welt kennenlernen", so Blümner - ging es dann beschwingter zu. Die dramatischen Verdichtungen bekamen sattere Substanz, sodass sich eine Spur von Euphorie breit machte. "Wir haben uns schön eingespielt in diese Musik, aber es muss noch mehr Power haben", feuerte Blümner behutsam an. Und die Power kam auch, zur Begeisterung des Konzertmeisters: "mit dieser Überzeugung hervorragend". Und ließ er mal eine längere Passage am Stück durchspielen, brach sich ein lustvolles Musizieren Bahn. Das tat sichtlich gut und motivierte.

Im zweiten Satz, dem Trauermarsch, überraschten die Musiker mit einer deutlichen Klangfarbenregie. In dunkler, gedämpfter Stimmung prägte Blümner den synkopierten Puls aus. Mit melodiöserem Fluss ging es dann versöhnlich aufgehellt in die lyrische Passage hinein oder mit groovendem Pochen in mächtige Basstiefen hinab. Gerade der spieltechnische Ansatz forderte viel Detailarbeit, zu der Blümner schon mal einen Blick in die Noten der Instrumentalisten werfen musste.

Da drängte sich wieder Corona in den Vordergrund: Abstandsregel und Atemschutz. Blümner machte es anders, nahm den Notenständer zur Seite. Lästig, aber machbar. "Das genießen wir jetzt noch einmal", hieß es dann, um mit dem schon lustvoll fließenden Abschnitt belohnt zu werden und eine Portion Motivation für die nächste Probe mitzunehmen.

Bis alles samt Bläsern funktioniert, wird es noch eine Weile dauern. Aber wann das nächste Konzert möglich sein wird, steht ja ohnehin in den Sternen. Im Oktober in der Aula der Gautinger Realschule mit dem Publikum auf der umlaufenden Galerie sei ein Wunschziel, so Astrid Schönauer. Man müsse die Entwicklung abwarten. Ob Beethovens Eroica dann weiterhin auf dem Programm stehen wird, bleibt auch offen. Wichtig ist nur, dass es weitergeht und die engagierten Instrumentalisten und Instrumentalistinnen ihren Durst nach gemeinsamem Musizieren wieder stillen können.

Gauting - Der Vorsitzende Dr. Ernst Blümner und die ehrenamtliche Organisatorin Astrid Schönauer haben am Donnerstag das allererste Exemplar der gedruckten Festschrift „50 Jahre Verein der Musikfreunde Gauting“ Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger als Geschenk überreicht. Trotz derzeit noch strahlender Sonne fallen Wermutstropfen ins Jubiläumsjahr: Wegen Corona musste schon das erste Festkonzert im Beethovenjahr am 29. März abgesagt werden.

Durch die Ausgangsbeschränkungen konnte die Orchestervereinigung weder Proben abhalten noch Konzerte - auch nicht die unterm Dach des „Vereins der Musikfreunde“. Dem ist nicht nur das erste Jubiläumskonzert zum Opfer gefallen. „Es macht keinen Sinn: Wir können nicht üben“, sagt der erste Violinist. Dr. Ernst Blümner. „Schweren Herzens müssen wir nun auch das zweite Konzert am 5. Juli absagen", bedauert Astrid Schönauer, deren Ehemann im Orchester mitspielt. Auf dem Programm stand Beethovens berühmte „Eroica“.

Mit dem verlangten Zwei- Meter-Abstand zwischen den 30 Streichern des Gautinger Orchesters und den Bläsern wäre noch nicht einmal ein Open-Air-Konzert im Gautinger Schlosspark denkbar. Denn die Musiker hörten sich bei dieser Distanz gar nicht mehr, sagt Blümner. Auch den Profi-Bläsern, die die Gautinger Laienmusiker verstärken, musste daher abgesagt werden. „Um niemanden zu gefährden, warten wir lieber zu bis Ende August“, blickt Astrid Schönauer voraus. Sie hofft, die Jubiläumskonzerte ab diesem Zeitpunkt nachholen zu können.

Bis dahin müssen Gautings Musikfreunde mit der Festschrift vorlieb nehmen. Blümner und Schönauer haben die Broschüre unter dem Titel „Die Liebe zur Musik“ mit der Stockdorfer Graphikdesignerin Maja Zorn ansprechend gestaltet. Zur Einweihungsfeier des Otto-von-Taube-Gymnasiums am 26. Juni 1969 hatte das Gautinger Orchester Premiere gehabt, ist dort nachzulesen. Am 21. Februar 1970 folgte auf Initiative von Helmut Blau die Vereinsgründung. „50 Jahre Verein der Musikfreunde Gauting sind 50 Jahre gelebte Gautinger Kultur. Mein Respekt!“, dankt Bürgermeisterin Kössinger in ihrem Grußwort der Jubiläumsschrift.

 

Astrid Schönauer (i.) und Dr. Ernst Blümner übergeben der Gautinger Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger die Festschrift zum 50. Jubiläum des Musikvereins; Foto: Fred Rauscher

Die Corona-Krise macht dem Musikverein Gauting derzeit einen dicken Strich durch sein Jubiläumsprogramm. Die Broschüre zum 50-jährigen Bestehen hat der Vorstand deshalb der Bürgermeisterin im Rathausgarten überreicht.

VON CHRISTINE CLESS-WESLE, Starnberger Merkur vom 8.5.2020

Gauting - Der Vorsitzende Dr. Ernst Blümner und die ehrenamtliche Organisatorin Astrid Schönauer haben am Donnerstag das allererste Exemplar der gedruckten Festschrift „50 Jahre Verein der Musikfreunde Gauting“ Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger als Geschenk überreicht. Trotz derzeit noch strahlender Sonne fallen Wermutstropfen ins Jubiläumsjahr: Wegen Corona musste schon das erste Festkonzert im Beethovenjahr am 29. März abgesagt werden.

Durch die Ausgangsbeschränkungen konnte die Orchestervereinigung weder Proben abhalten noch Konzerte - auch nicht die unterm Dach des „Vereins der Musikfreunde“. Dem ist nicht nur das erste Jubiläumskonzert zum Opfer gefallen. „Es macht keinen Sinn: Wir können nicht üben“, sagt der erste Violinist. Dr. Ernst Blümner. „Schweren Herzens müssen wir nun auch das zweite Konzert am 5. Juli absagen", bedauert Astrid Schönauer, deren Ehemann im Orchester mitspielt. Auf dem Programm stand Beethovens berühmte „Eroica“.

Mit dem verlangten Zwei- Meter-Abstand zwischen den 30 Streichern des Gautinger Orchesters und den Bläsern wäre noch nicht einmal ein Open-Air-Konzert im Gautinger Schlosspark denkbar. Denn die Musiker hörten sich bei dieser Distanz gar nicht mehr, sagt Blümner. Auch den Profi-Bläsern, die die Gautinger Laienmusiker verstärken, musste daher abgesagt werden. „Um niemanden zu gefährden, warten wir lieber zu bis Ende August“, blickt Astrid Schönauer voraus. Sie hofft, die Jubiläumskonzerte ab diesem Zeitpunkt nachholen zu können.

Bis dahin müssen Gautings Musikfreunde mit der Festschrift vorlieb nehmen. Blümner und Schönauer haben die Broschüre unter dem Titel „Die Liebe zur Musik“ mit der Stockdorfer Graphikdesignerin Maja Zorn ansprechend gestaltet. Zur Einweihungsfeier des Otto-von-Taube-Gymnasiums am 26. Juni 1969 hatte das Gautinger Orchester Premiere gehabt, ist dort nachzulesen. Am 21. Februar 1970 folgte auf Initiative von Helmut Blau die Vereinsgründung. „50 Jahre Verein der Musikfreunde Gauting sind 50 Jahre gelebte Gautinger Kultur. Mein Respekt!“, dankt Bürgermeisterin Kössinger in ihrem Grußwort der Jubiläumsschrift.

 

Konzert verschoben

Aufgrund der derzeitigen Corona Situation wird unser

Jubiläumskonzert am Sonntag, den 05. Juli 2020

abgesagt und verschoben. Der Ersatztermin wird rechtzeitig bekanntgegeben.

 

Konzert verschoben

Aufgrund der derzeitigen Corona Situation wird unser

Jubiläumskonzert am Sonntag, den 29. März 2020

abgesagt und verschoben. Der Ersatztermin wird rechtzeitig bekanntgegeben.

 

 

Auch die Veranstaltung der 12er Reihe

"150 Jahre Liebe zur Musik"

heute am Donnerstag, den 12. März um 18.30 Uhr

in der alten Pizzeria im Bahnhof Gauting

wird abgesagt.

Der Verein der Musikfreunde Gauting e.V. und die Kulturplattform Gauting e.V. laden ein am

Donnerstag, 12. März 2020

Alte Pizzeria im Bahnhof Gauting

18.30 Uhr - 19.00 Uhr

zum Thema

 

50 Jahre Liebe zur Musik

Der Verein der Musikfreunde Gauting wird 50 Jahre alt!

Anlässlich dieses Jubiläums stellt

der 1. Vorsitzende und Konzertmeister

Dr. Ernst Blümner den Verein vor.

Wir freuen uns auf Sie!

 

 

 

Jubiläumskonzert

Starnberger Merkur vom 02.01.2020

Musikfreunde feiern mit Beethoven

Der Vorsitzende der Musikfreunde Gauting, Dr. Ernst Blümner; Foto: privat

Die Gautinger Musikfreunde feiern heuer Geburtstag, einen runden - den 50. In den Mittelpunkt ihrer Jubiläumskonzerte stellen sie eine Musikgröße, dessen Geburtstag sich 2020 ebenfalls „rundet": Ludwig van Beethoven wurde vor 250 Jahren geboren.

VON CHRISTINE CLESS-WESLE

Gauting - „Eine falsche Note zu spielen, ist unbedeutend, ohne Leidenschaft zu spielen, ist unverzeihlich.“ Mit diesem Beethoven-Zitat gratuliert Gautings Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger dem „herausragenden“ Or­chester des Vereins der Musikfreunde zum 50. Geburtstag. Dem ersten Violinisten des Ensembles und Vorsit­zenden des Vereins, Dr. Ernst Blümner, spricht der „Gigant“ Ludwig van Beethoven mit seinen Worten aus dem Herzen.

Premiere feierte das Orchester mit dem Eröffnungskonzert fürs Otto-von-Taube-Gymnasium 1968 - damals noch im Anbau der mittlerweile abgerissenen historischen Grundschule beim Bahnhof. „In Gauting gab es in jener Zeit nur wenig Kulturleben“, wirft Blümner den Blick zurück. Um die Musiker-Szene am Ort zu beflügeln, wurde daher der Verein der Musikfreunde gegründet. „Etwa 250 Konzerte haben wir veranstaltet - davon 170 mit großem Orchester“, zieht der erste Violinist nach einem halben Jahrhundert eine beeindruckende Bilanz.

Bei der Gründung stand George Byrd am Pult. In den 1970er Jahren und dann wieder seit 1993 leitete der Klinge-Preisträger Ulrich Weder, früherer Dirigent am Münchner Gärtnerplatz-Theater, das Orchester. Das Repertoire umfasst das gesamte Spektrum von Barock bis Moderne. Nach dem plötzlichen Tod von Weder 2012 übernahm sein ehemaliger Schüler Dorian Keilhack „die Gautinger“. Vom Leiter der Opernschule des Landeskonservatoriums Innsbruck und Chefdirigent der Vogtland Philharmonie und dessem Netzwerk profitiert das Orchester: Die junge Sopranistin Sofia Pisching brillierte gerade beim umjubelten Weihnachtskonzert (wir berichteten).

Solisten und junge Preisträger aus der Region zu engagieren, ist eines der größten Anliegen der Musikfreunde. So konzertierte die inzwischen weltbekannte Geigen-Virtuosin Julia Fischer schon als Zehnjährige mit dem Orchester ihrer Heimatgemeinde. Weil es damals das Bürger- und Kulturhaus Bosco noch nicht gab, ging das Mozart-Violin-Konzert mit Julia Fischer in der Turnhalle der alten Realschule über die Bühne. Ebenso das Brahms-Konzert mit der heutigen Weltklasse-Geigerin im Jahr 2003. Mehrfach spielte ein weiterer Violin-Virtuose aus dem Würmtal mit den Gautingern: Professor Ingolf Turban. Und die heutige Violin-Professorin Lena Neudauer begeisterte 2002 mit dem Dvorak-Konzert. Geglückt ist die Zusammenarbeit der Musikfreunde mit der Kirchenmusik von St. Benedikt. Über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt sind die gemeinsamen Aufführungen am zweiten Weihnachtsfeiertag in der stets zum Bersten vollen Gautinger Pfarrkirche.

Langjähriger Mäzen der Musikfreunde war der 2009 verstorbene Senator Günther Klinge. Die Gemeinde Gauting und die Sparkassen-Stiftung fördern inzwischen die Konzerte des Vereins mit professionellen Solisten und Bläsern. Doch weil die Gemeinde ihre freiwilligen Zuschüsse aus Geldnot senken musste, sucht Vereinschef Blümner noch dringend Sponsoren - insbesondere für das gerade begonnene Jubiläumsjahr.

Drei Konzerte anlässlich des 50. Vereinsgeburtstages stehen auf der Agenda des Orchesters. Zum Auftakt konzertieren die Gautinger am Sonntag, 29. März, mit dem im Würmtal aufgewachsenen Pianisten Benjamin Moser. Aufgeführt wird Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 in c-Moll. Aber auch die „Die Große“ (Sinfonie) von Franz Schubert wird unter der Leitung von Dorian Keilhack erklingen. Ein weiterer Höhepunkt werden die Mo­zart- Arien mit Bariton Christian Hilz und Kontrabassist Alexander Rilling am Sonntag, 5. Juli. Auch Beethovens „Eroica“ steht bei dem zweiten Jubiläumskonzert auf dem Programm. Und mit dem Weihnachtskonzert beschließen die Musikfreunde die Geburtstagsfeiern. Aufgeführt wird am zweiten Weihnachtstag gemeinsam mit Solisten und dem Chor von St. Benedikt der „Messias“ von Georg Friedrich Händel.

Für den .Mediziner und Mathematiker Dr. Ernst Blümner, der als Gymnasiast sozusagen nebenher am Augsbur­ger Musikkonservatorium Violine studierte, ist es ein Rätsel: Warum arbeiten hochkarätige Dirigenten wie einst Weder und heute Keilhack mit einem Laien-Ensemble? „Das macht mir Freude, weil ich sehe, dass etwas dabei herauskommt“, zitiert Blümner die Antwort Keilhacks auf seine Frage. Das erinnert den 72-jährigen Violinisten wieder an das Beethoven-Zitat: „Eine falsche Note zu spielen ist unbedeutend: ohne Leidenschaft zu spielen ist unverzeihlich.“

Weihnachtskonzert

Dorian Keilhack (li) und Dr. Ernst Blümner (re)

Der Verein der Musikfreunde Gauting e.V. und die Kulturplattform Gauting e.V. laden ein zum Künstlergespräch mit

Dorian Keilhack

Dienstag, 12. Februar 2019

Alte Pizzeria im Bahnhof Gauting

18.30 Uhr - 19.30 Uhr

Der 1. Vorsitzende und Konzertmeister Dr. Ernst Blümner interviewt den Dirigenten Dorian Keilhack.

Dorian Keilhack, Leiter der Opernschule in Innsbruck und gefragter Dirigent bei Orchestern in In- und Ausland, wie Mexiko, Shanghai oder Wien, findet jeden Dienstag noch Zeit zur Orchestervereinigung nach Gauting zur Probe zu kommen.

Sein Leben mit der Musik und  die überaus erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Orchestervereinigung Gauting, deren Gründung sich schon fast zum 50. Mal jährt, sind Themen dieser Veranstaltung.

Wir freuen uns auf Sie!

Eintritt frei.

 

 

Lebendiger Adventskalender in Gauting am 20. Dezember 2018

Es spielen fünf Musiker unserer Orchestervereinigung Gauting

Stimmungsvolles für den Advent:

Kurz durchatmen und innehalten im Endspurt vor Weihnachten....

Kommen Sie um 18.00 Uhr in die Bahnhofshalle, wir freuen uns!

Bahnhofsüberraschung - ein voller Erfolg

Langer Applaus für unser Streichquartett ; Foto: Thomas Schönauer

Kulturwoche Gauting - Überraschung am Gautinger Bahnhof am 14. Juni 2018:

Es spielten vier Musiker der Orchestervereinigung Gauting, die sich extra für dieses Event zum Streichquartett formierten. Viele Gautinger, die entnervt durch die S-Bahnstörung die Stufen zur Bahnhofshalle heraufhasteten, erfreuten sich sichtlich der schönen Klänge!

Der Ohrenschmaus enthielt Werke von Purcell, Mozart und Schubert. Mit lustigen Volkstänzen klang die gelungene Überraschung aus. Als Zugabe gab es eine mitreißende Polka, die die Kinder zum Tanzen brachte.

Starnberger Merkur vom 11./12.03.2017

Zwischenstopp auf musikalischem Pflaster - Orchester der Musikfreunde Gauting

Foto: Stefan Schuhbauer-Von Jena
 
 „Jetzt dürft Ihr ausflippen“, feuert Dirigent Dorian Keilhack seine 30 Streicher an. Die lassen sich das nicht zweimal sagen: Nach zarten Pizzicati der Violinen schwillt das Crescendo dramatisch zur vollen Lautstärke an. Besuch bei einer Orchesterprobe des Gautinger Musikvereins.

Gauting Ungewöhnliches Bild: Vor dem Wandgemälde mit Burschen in Lederhosen, in Dirndl gewandete Madln und historischem Gautinger Mühlrad musizieren 30 Streicher. Weil der Raum im Pfarrheim St. Benedikt an diesem Abend belegt ist, geht die Orchesterprobe ausnahmsweise im Trachtlerheim über die Bühne. Es sind nur noch einige Tage bis zum Konzert. Das findet am Sonntag, 19.  März, ab 19 Uhr in der Aula der Gautinger Realschule statt.

„Können eure Synkopen mehr singen?“ Dirigent Dorian Keilhack, leger im Pullover, ist konzentriert bei der Sache. Takt 186 in Beethovens Tripelkonzert C-Dur für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester wird wiederholt – bis die tänzerischen Sechzehntel stimmen: „Denkt an Kaffeetasse dadám“, ruft Keilhack: „Und an dieser Stelle spielt das Klavier einen langen Triller“, und „wir dürfen ein großes Crescendo machen“. Gesagt getan: Mit Verve bringen die hoch motivierten Streicher das Crescendo zum Strahlen. „Das ist ein herausforderndes Programm“, gesteht Konzertmeister Ernst Blümner nach der Probe. Beim Frühjahrskonzert des Vereins der Musikfreunde spielt das Orchester nicht nur das anspruchsvolle Beethovenkonzert, sondern auch die Pathétique in h-Moll von Pjotr Tschaikowski.

Das Programm ist technisch anspruchsvoll

Konzertmeister Ernst Blümner weiß, wovon er spricht: Seit den 1980er-Jahren spielt der hauptberufliche Arzt in dem Ensemble mit. „Ich habe eine typische Laienkarriere absolviert“, sagt der Konzertmeister bescheiden. „Seit meinem sechsten Lebensjahr spiele ich Violine.“ Auch Agnes Pretzl, erste Geige, spielt schon seit 1989 mit: „Seit den Sommerferien proben wir: Das Programm ist technisch anspruchsvoll – und wir müssen sehr viel üben“, sagt die Gautingerin und ergänzt: „Mit Dorian Keilhack macht das sehr viel Spaß.“

Mit dem 49-jährigen Pianisten und Dirigenten ist frischer Wind ins Gautinger Orchester gekommen. „Weihnachten 2012 bin ich erstmals für den verstorbenen Ulrich Weder eingesprungen“, erinnert Keilhack. Die Freundschaft zwischen den beiden Musikerfamilien Keilhack und Weder reiche bis in die 1970er-Jahre zurück, damals lebte man noch in Bremerhaven. „Für mich war Ulrich Weder ein großer Mentor und wunderbarer Mensch, der junge Künstler sehr unterstützt hat“, sagt Keilhack. Weders Sohn Dietrich spielt den mittleren Bass im Gautinger Orchester. Schwiegertochter Andrea ist Solocellistin. Und bei den schon legendären Weihnachtskonzerten in St. Benedikt ist Weder-Tochter und Sopranistin Susanne Winter regelmäßig mit von der Partie.

Dirigent ist Leiter der Opernschule Innsbruck

„Ich komme sehr gern hierher“, schwärmt Keilhack. Denn mit so großen Künstlern wie Violinprofessor Ingolf Turban sei Gauting „ein tolles Pflaster“ für Musiker. Keilhack, Professor und Leiter der Opernschule Innsbruck, pendelt mit dem Zug zwischen seinem Wohnort Erlangen und Innsbruck – dienstags mit Zwischenstopp im Würmtal. „Ich bin stolz, wie die sich reinhängen“, lobt Keilhack sein wachsendes Gautinger Orchester: „Es kommen immer wieder Junge dazu.“ Anders als die reinen Profis gingen die Gautinger Musiker, die alle anderen Berufen nachgehen, eben „nicht zum Dienst“ – sondern setzten Emotionen frei: „Da kommt wirklich Freude auf.“

Christine Cless-Wesle